Das Hauptziel des VNN ist es, dass die neuropsychologische Behandlung als eigenständige Behandlungsmethode anerkannt wird. Wir setzen uns dafür ein, dass NP keine Psychotherapie und keine Ergotherapie ist. Um zu garantieren, dass qualifizierte Neuropsychologen sich niederlassen und die ambulante Versorgung sichern, sind adäquate Rahmenbedingungen für die Praxis notwendig. Dazu gehören:

  1. die Festlegung des Behandlungsumfanges durch qualifizierte Neuropsychologen
  2. die zeitaufwendige Kooperation mit Nachbardisziplinen (z.B. Neurologen, Ergotherapeuten)
  3. eine angemessene Kostenhöhe, um u.a. eine gute Praxisausstattung zu gewährleisten
  4. die Qualifikation des Behandlers

Neue Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Seit dem 24.02.2012 gibt es endlich eine Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zur „ambulanten neuropsychologischen Therapie“, die die Voraussetzungen (Indikation, Methoden, Behandlungsumfang, Qualifikation der Behandler, etc.) unter denen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine ambulante neuropsychologische Behandlung übernehmen, regelt. Genauere Informationen können Sie in der Richtlinie nachlesen. Eine Stellungnahme des Bundesgesundheitsministeriums (BGM) erfolgte nach kritischer Prüfung dieser Richtlinie.

Zum Inhalt der Richtlinie, der Stellungnahme des BGM´s und unsere Empfehlungen:

  • Betroffene hirnverletzte Patienten haben ab sofort einen Anspruch auf die ambulante neuropsychologische Behandlung. Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) bewilligen nun die Anträge auf Kostenübernahme. Unseren Mitgliedern empfehlen wir, den Antrag für die Patienten zu stellen(s. unseren Musterantrag). !!link!! über die Kostenhöhe für eine neuropsychologische Behandlung berät derzeitig noch der Bewertungsausschuss. Der VNN empfiehlt seinen Mitgliedern für eine Behandlungseinheit á 50 Minuten 109,- € in Rechnung zu stellen. Die Kostenhöhe enthält die Vor- und Nachbereitung der Behandlungseinheit (z.B. Auswertung) sowie Zeiten zum Austausch mit Nachbardisziplinen und die notwendige Berichterstellung. Eine betriebswirtschaftliche Kalkulation, die der VNN in Auftrag gegeben hatte, kam bereits 2000 zu einer Kostenhöhe von 194,- DM (ca. 97,- €). Berücksichtigt man seitdem die Preissteigerung so ergibt sich die von uns empfohlene Kostenhöhe von 109,- €.

  • Die Indikationsstellung zur ambulanten neuropsychologischen Behandlung erfolgt 2stufig: Die erworbene Hirnverletzung oder –erkrankung darf nicht länger als 5 Jahre zurück liegen und muss von einem Facharzt festgestellt und dokumentiert werden, die neuropsychologische Diagnostik und Behandlung erfolgt durch einen Neuropsychologen.

  • Die in der Richtlinie vorgegebene Qualifikation der Leistungserbringer, Fachärzte oder Psychotherapeuten mit einer Weiterbildung zum Neuropsychologen (genaueres s. Richtlinie), sieht der VNN als problematisch an. Einerseits kann so die ambulante neuropsychologische Versorgung aktuell, aber auch langfristig nicht sichergestellt werden. Andererseits sieht der VNN nach wie vor die neuropsychologische Behandlung als eigenständiges Verfahren nicht als Weiterbildung der Psychotherapie, und dafür setzen wir uns weiter ein. Das BGM hat in seiner Stellungnahme diese Kritik und drohende Unterversorgung ebenfalls aufgezeigt und dem G-BA diesbezüglich einen Prüfauftrag bezüglich der Qualifikation der Leistungserbringer bis Juli erteilt. Bis dahin empfiehlt das BGM den Kassen Kosten für die Behandlung bei qualifizierten Neuropsychologen (Anmerkung: VNN oder GNP zertifizierte Kollegen, mit und ohne Approbation) zu übernehmen (z.B. Kostenerstattung), was nach ersten Erfahrungen aktuell gut funktioniert.